Ermutigungspädagogik

Ermutigungspädagogik ist eine Pädagogik der Nicht-Aussonderung, die jeden Menschen als gleichwertiges Individuum begreift. Sie hat ihren Ausgangspunkt auf der Ebene des Menschenbildes der Individualpsychologie, denn die Art und Weise, in der wir mit anderen Menschen umgehen, ist entscheidend davon geprägt, wie der Mensch betrachtet wird, welches Bild für den Menschen Gültigkeit hat.
Ermutigungspädagogik praktisch umgesetzt heißt, zum einen die Ziele einer Persönlichkeit kennen lernen, damit ihr Verhalten verstanden werden kann,
zum anderen Bedingungen und Leitlinien schaffen, die es dem Kind/ Jugendlichen/ Erwachsenen ermöglichen, sein natürliches Wachstumspotential durch Orientierung an und Sicherheit im Umfeld zu entwickeln.

Ermutigungspädagogik begreift den Menschen als ein soziales Wesen, das von Natur aus gut ist und das seinen Beitrag zur und in der Gesellschaft leisten will.

Ermutigung ist:

  • Die innere Haltung, die Würde des Menschen und seine Einzigartigkeit zu achten und ihn nicht an seiner Fehlerhaftigkeit zu messen. Sie ist vielmehr getragen vom sicheren Glauben an die individuellen Qualitäten und Fähigkeiten in jeder Person.
  • Die einzige Kraft, die das natürliche Wachstumspotential im Menschen zur Entwicklung und Entfaltung bringt, und zwar durch jedes Signal, welches das Gefühl der Zugehörigkeit weckt und stärkt.
  • Der Prozess, der dazu führt, ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstbild zu entwickeln, d.h. sich auf der Grundlage der eigenen Qualitäten und Fähigkeiten zu definieren und mehr an sich und an seine Möglichkeiten zu glauben.
  • Jedes Zeichen der Aufmerksamkeit, das sich selbst oder anderen Mut macht oder Auftrieb gibt und zur Selbständigkeit führt.
  • Das, was individuell als Ermutigung empfunden wird.

Ermutigung führt zu mehr innerer Ruhe, Zufriedenheit und dem Mut, zu sich selbst zu stehen. Ermutigung bewirkt eine Veränderung der inneren Haltung, stärkt den Glauben an die eigenen Fähigkeiten und erhöht das Gefühl der Selbstachtung.
Ermutigte Menschen lernen, alte Verhaltensmuster, die uns mutlos werden ließen, durch positive zu ersetzen.
Ermutigen anstatt Kritisieren, Meckern, Nörgeln. Sich selbst aufbauen anstatt sich hängen zu lassen und Ersatzbefriedigungen zu suchen.
Ermutigung anstatt Selbstzweifel und lähmende Schuldgefühle.

„Wer mutig genug ist, ist auch immer kreativ genug,
seine eigenen Probleme zu lösen.“
Theo Schoenaker 1998

„Wir müssen uns klarmachen, dass wir nur auf Kraft bauen können, nicht auf Mängel. Wir können unseren Kindern kein Selbstvertrauen vermitteln, solange wir nicht an sie glauben.“
Rudolf Dreikurs 1971